08/25/17

Gebrauchtwagenkäufer darf Kostenvorschuss für Transport des defekten Pkw zum Händler verlangen

Zeigen sich Mängel an einem Gebrauchtwagen ist dies ärgerlich. Besonders ärgerlich ist es, wenn das Fahrzeug nicht fahrbereit ist und der Verkäufer mehrere hundert Kilometer entfernt wohnt, denn nach der Rechtsprechung ist man als Käufer verpflichtet, das Fahrzeug zum Zwecke der Reparatur dem Verkäufer vorzustellen.


Das Gesetz sieht dabei vor, dass der Käufer die Transportkosten zunächst selbst verauslagen muss und dann Ersatz vom Verkäufer verlangen kann.


Mitunter kann dies bedeuten, dass der Käufer mit mehreren Hundert Euro in Vorlage gehen muss, ohne zu wissen, ob und wann er diesen Betrag vom Verkäufer zurück erhält.


Abhilfe schafft hier ein aktuelles Urteil des Bundesgerichtshofs.


Der Bundesgerichtshof hat am 19.07.2017, Aktenzeichen VIII ZR 278/16 geurteilt, dass es für ein Reparaturverlangen ausreichend ist, wenn der Käufer vom Verkäufer einen angemessenen Vorschuss auf die Transportkosten anfordert bzw. die Abholung des Fahrzeugs auf Kosten des Verkäufers anbietet. Das im Gesetz zum Ausdruck kommende Unentgeltlichkeitsgebot, dass der Käufer mit Kosten der Mangelbeseitigung, einschließlich Transport-, Wege-, Arbeits- und Materialkosten nicht belangt werden soll, rechtfertige einen Anspruch des Käufers auf Vorabzahlung erforderlicher Transportkosten.


Mit dieser Entscheidung bekommen Gebrauchtwagenkäufer nunmehr eine Möglichkeit an die Hand, die Kosten für den bisher notwendigen Transport zum Händler nicht mehr vorschießen zu müssen. Vielmehr wird eine Vielzahl der Verkäufer aus Kostengründen wohl selbst nach einer Möglichkeit der Abholung des Fahrzeugs beim Käufer suchen, wenn dieser einen Kostenvorschuss für den Transport durch ein Drittunternehmen verlangt oder die Eigenabholung anregt.


Sollten auch Sie Probleme mit Mängeln am (Gebraucht-) Fahrzeug haben, können Sie uns gern unverbindlich über unser Kontaktformular kontaktieren.