07/01/15

Das Alles ändert sich ab 01.07.2015

Zum Monatsanfang ändert sich einiges für Rentner, Eltern oder etwa „Schwarz-Fahrer“. Wir haben die wichtigsten gesetzlichen Neuregelungen, die zum 1. Juli in Kraft treten, für Sie zusammengefasst:

 

1. Rente

Die gesetzliche Rente steigt! Im Westen bekommen Ruheständler 2,1?% und im Osten 2,5?% mehr. Der Rentenwert - quasi die monatliche Rente für ein Jahr Beschäftigung mit Durchschnittsentgelt - steigt auf 29,21 € (West) beziehungsweise 27,05 € (Ost).

 

2. Pfändung

Die Pfändungsfreigrenzen für Arbeitseinkommen werden erhöht. Diese sollen sicherstellen, dass Schuldner auch bei einer Pfändung ihres Arbeitseinkommens über das Existenzminimum verfügen und ihre gesetzlichen Unterhaltspflichten erfüllen können. Zugleich soll vermieden werden, dass Schuldner aufgrund von Pfändungsmaßnahmen auf Sozialleistungen angewiesen sind und dadurch letztlich die Allgemeinheit für private Schulden einzustehen hat. Der monatlich unpfändbare Grundbetrag liegt künftig bei 1.073,88 € (bisher: 1.049,99 €). Bei Unterhaltspflichten erhöht sich der Betrag um 404,16 € für die erste und um weitere 225,17 € für jede weitere Person.

 

3. Miete

Nach Berlin führen auch Hamburg und Nordrhein-Westfalen die Mietpreisbremse ein. Damit darf bei Neuvermietungen ab 01. Juli 2015 der Mietpreis max. 10?% über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen.

 

4. Ersparnisse

Am 03.07.2015 tritt das neue Einlagensicherungsgesetz in Kraft. Die Ersparnisse von Bankkunden sind dann in allen 28 EU-Ländern in Höhe von bis zu 100.000,00 € pro Kunde und Bank geschützt. Im Fall einer Bankpleite soll das Geld künftig binnen 7 Tagen (bisher 20 Tage) ausgezahlt werden.

 

5. TÜV

Bei der Haupt-Untersuchung werden nun auch Systeme wie das Antiblockiersystem ABS oder das Elektronische Stabilitätsprogramm ESP geprüft. Mehrkosten soll die erweiterte Prüfung aber nicht verursachen.

 

6. Schwarzfahrten

Ab 1. Juli wird das Schwarzfahren teurer.  Das „erhöhte Beförderungsentgelt“ wird  von 40,00 € auf 60,00 € angehoben. Doch viele Verkehrsbetriebe schaffen die Umstellung nicht mehr rechtzeitig. In Hamburg, München und im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr etwa gelten die Änderungen erst ab August. Berlin und Stuttgart stellen dagegen schon zum 1. Juli um. Die Deutsche Bahn AG wird nach Angaben einer Sprecherin in allen Regional- und Fernzügen ebenfalls erst vom 1. August an 60 Euro von Schwarzfahrern verlangen.

 

7. Elterngeld

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie soll Eltern von Kleinkindern leichter gemacht werden: Bisher erhielt ein Elternteil mindestens zwei bis maximal zwölf Monate lang Elterngeld. Wenn der Partner ebenfalls mindestens zwei Monate lang für das Kind zu Hause bleibt, kann das Paar insgesamt für 14 Monate Unterstützung beziehen. Nun gibt es auch das ElterngeldPlus. In Anspruch nehmen können es Eltern, deren Kinder ab dem 1. Juli 2015 geboren werden. Väter und Mütter können den Leistungszeitraum verdoppeln, wenn sie in der Zeit einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen. Außerdem wird das ElterngeldPlus noch vier Monate länger gezahlt, wenn Vater und Mutter in dieser Zeit beide zwischen 25 und 30 Stunden pro Woche arbeiten.

Außerdem kann die Elternzeit flexibler genutzt werden: Mit der Reform von SPD-Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig können Eltern künftig zwei Jahre der Elternzeit bis zum achten Lebensjahr des Kindes nehmen. Bislang ist dies nur für ein Jahr möglich. Das geht auch ohne die Zustimmung des Arbeitgebers.

 

8. Online-Apotheken

Ein EU-einheitliches Siegel soll Verbrauchern helfen, die Seriosität von Online-Apotheken zu prüfen. Das neue Logo zeigt ein weißes Kreuz vor einem grün gestreiften Hintergrund, ein Kästchen mit Flagge weist auf den Sitz des Händlers innerhalb der EU hin.